Wie das Wildbienen-Paradies entstand

Projekt
Burghölzli

Wildbienen brauchen wie alle Arten primär zwei Dinge: Nahrung für sich und die Nachkommen und einen Nistplatz. Auf einer Fläche in der Schweizerischen Epilepsie-Klinik konnten wir die Gärtnerei beraten, um auf kleinstem Raum ein riesiges Blütenangebot und etliche Nistmöglichkeiten für Wildbienen schaffen.

Im Herbst 2017 wurden wir von Beni Lenz, dem Leiter des Gärtnereibetriebs der Schweizerischen Epilepsie Klinik, angefragt, eine Idee für ein Wiesendreieck zu entwickeln. Daraufhin erarbeiteten wir das Konzept für ein Wildbienenparadies, welches hier heruntergeladen werden kann.

Im Frühling 2018 begannen Beni Lenz und sein Team mit der Umsetzung. Herauszuheben ist dabei insbesondere die tolle Arbeit von Lukas. Die folgenden Schritte wurden unternommen und sind weiter unten mit Fotos illustriert:

1) Abtrag der Grasnarbe und teilweise des nährstoffreichen Oberbodens. Das Material wurde am gleichen Hang deponiert und musste somit nicht abtransportiert werden.

2) Die Fläche wurde mit ungewaschenem (!) Wandkies aufgefüllt. Damit wurde ein geeigneter nährstoffarmer Untergrund für die Bepflanzung geschaffen, welcher gleichzeitig sehr gut für bodennistende Wildbienen geeignet ist.

3) Eine Trockensteinmauer wurde gebaut. Sie bietet Unterschlüpfe und Verstecke für Eidechsen und spaltennistende Wildbienen finden einen Niststandort.

4) Ein Holzstapel wurde erstellt. Darin finden weitere Tiere einen Unterschlupf. Das Holz wurde teilweise für Wildbienen mit verschiedenen Bohrergrössen angebohrt.

5) Mit speziell für Wildbienen geeignetem Sand wurden zusätzliche Sandlinsen erstellt. Diese sind ca. 30 cm tief. Bereits wenige Tage nach dem Fertigstellen der Sandlinsen gruben die ersten Arten ihre Nester.

6) Bepflanzung der Fläche mit einer grossen Diversität an Wildstauden. Bei der Auswahl der Pflanzenarten wurden die uns bekannten Vorkommen der Wildbienen beachtet. Dadurch konnten insbesondere seltene Arten gezielt gefördert werden.

7) Die verblühten Wildstauden werden nicht nur über den Winter sondern bis in den Sommer stehen gelassen, dann nur so können die darin nistenden Wildbienen und andere Insekten auch wieder ausfliegen.

8) Öffentlichkeitsarbeit: In der Quartierzeitung Kontacht haben wir über dieses Vorzeigeprojekt der Gärtnerei berichtet und in der Zeitschrift der Epilepsi-Klinik ist ein Artikel darüber erschienen. Im Rahmen von Abenteuer Stadt Natur und dem Festival der Natur zeigten wir den TeilnehmerInnen eines Abendspaziergangs anhand des Wildbienenparadies, was man im eigenen Garten zur Wildbienenförderung tun kann.

Wir möchten uns an dieser Stelle ganz herzlich beim Team der Gärtnerei für die Umsetzung bedanken. Zudem geht auch an grosser Dank an den WWF Zürich, welcher die Materialkosten für das Projekt übernommen hat.

In der Bildserie unten sieht man wie das Wildbienenparadies entstanden ist. Am besten klickt man auf die Fotos, um sie anzuzeigen.

Der Bau des Wildbienenparadies Schritt für Schritt

© Christine Dobler Gross und Jonas Landolt

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