Aufgewertetes Schutzgebiet

Burghölzli-Projekt

Das kommunale Schutzgebiet Enzenried wurde aufgewertet. NimS war nicht direkt involviert, aber das Gebiet liegt im Perimeter und unser Geschäftsführer Jonas Landolt plante die Aufwertung und leitete die Ausführung der Bauarbeiten.

Das Enzenried wurde durch einen Stadtratsbeschluss am 5. November 2003 unter Schutz gestellt und gehört seither ins Inventar der kommunalen Natur- und Landschaftsschutzobjekte der Stadt Zürich (KSO). Es liegt am Stadtrand von Zürich, direkt ans Wohn- und Pflegezentrum Blumenrain in Zollikon angrenzend. Das Ziel des KSO-Inventars ist die nachhaltige Sicherung und auch Aufwertung der bedeutendsten Lebensräume für wildlebende Tiere und einheimische Pflanzenarten der Stadt Zürich.

Das Enzenried besteht aus mehreren Teilflächen. Etwa ein Viertel der Fläche wird als Rasen gepflegt und ist inbesondere bei Hundehalter:innen beliebt, ein Viertel wird als extensive Wiese genutzt. Diese zwei Flächen werden durch  die Grünflächenverantwortlichen von Grün Stadt Zürich (GSZ) bewirtschaftet. Ein weiterer Viertel der Fläche wird von einer Anwohnerin gepachtet und bewirtschaftet und der letzte Viertel war Teil der hier beschriebenen Aufwertung. Die Aufwertung wurde durch Grün Stadt Zürich finanziert, von Jonas Landolt über seine Firma inatura.ch geplant und begleitet und wird nun durch Werner Rafflenbeul, den Anwohner des angrenzenden Grundstücks, gepflegt. Das Aufwertungskonzept inkl. Zielarten kann unter diesem Link gelesen werden. Das Aufwertungsgebiet ist nicht öffentlich zugänglich und wird durch einen Zaun vom restlichen KSO abgegrenzt.

Der Aufwertungsperimeter wurde sehr lange als Schrebergarten genutzt. Die Ausgangslage war dem entsprechend ein sehr nährstoffreicher Boden, etliche Neophyten wie Kirschlorbeer und Forsythie und eine stark verarmte Vegetation. Im Aufwertungskonzept wird der Ausgangszustand noch etwas detaillierter beschrieben, in der folgenden Galerie zeigen Fotos den Zustand.

 

 

 

In einem ersten Schritt wurden unter Berücksichtigung der möglichen Lebensräume Zielarten für die Aufwertung definiert. Die Erhebungen aus dem Projekt “Lebensraum Kulturlandschaft Burghölzli” in Kombination mit der Faunakartierung der Stadt Zürich waren dafür sehr hilfreich.  Als zweites wurden die Rückführungsarbeiten definiert, sprich das Entfernen der Neophyten und der Abriss des zerfallenden Gartenschuppens. Gleichzeitig wurde definiert, welche bestehende Vegetation als wertvoll zu erachten ist und erhalten bleiben soll. In einem dritten Schritt wurden dann die Aufwertungsmassnahmen definiert. Vor der Aufwertung versickerte das Dachwasser der angrenzenden Siedlung im Enzenried. Im Rahmen des Aufwertungsprojektes, konnte es für einen Teich genutzt werden.

Die Aufwertungsarbeiten wurden durch den Verein Grünwerk mit Zivildienstleistenden ausgeführt. Das gesamte Aushubmaterial konnte vor Ort belassen werden. Auch die gefällten Sträucher wurden gleich vor Ort für Kleinstrukturen verwendet.

 

Nach der Fertigstellung der Aufwertungsarbeiten, war eine intensive Initialpflege sehr wichtig. Auf Grund des nährstoffreichen Bodens und der Nährstoffmobilisierung durch die Bodenbewegung kam es zu einem starken Wachstum von Brennesseln, Winden und weiteren ungewollten Arten. Die gepflanzten Büsche und Blumen mussten mit viel Aufwand freigestellt werden. Unterdessen hat sich die Entwicklung des Gebiets sehr gut eingependelt: Im Teich laichen Erdkröten, Libellen pflanzen sich fort und am neuen Blütenangebot erfreuen sich Wildbienen, Schmetterlinge und weitere Insekten.

 

 Text und Fotos: Jonas Landolt

 

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