Projekt
Burghölzli

Tiere am Burghölzli-Waldrand 1:
Die Erlenschaumzikade

In ihrer Freizeit fotografiert Nadja Baumgartner Tiere – hauptsächlich Insekten und Spinnen. Ihre Makrofotografien porträtieren mit verblüffender Detailgenauigkeit Organismen, die aussehen wie Wesen aus einer fremden Welt, jedoch mitten unter uns, in unserer unmittelbaren Nachbarschaft leben. In loser Folge stellen wir hier einige der Tiere vor, die die Fotografin am Burghölzli-Waldrand beobachtet hat.

Während in den Tropen oder im südlichen Europa die grossen und teils lärmigen Zikaden während des Sommers nicht zu überhören sind, finden die kleinen, stummen Zikaden, die unsere Wiesen bevölkern, meist wenig Beachtung. Am ehesten fallen sie auf, wenn sie, durch uns aufgeschreckt, mit weiten Sprüngen aus dem Weg hüpfen.

Wesen aus einer fremden Welt, jedoch mitten unter uns, in unserer unmittelbaren Nachbarschaft

Die Erlenschaumzikade (Aphrophora alni), die eine Länge von einem Zentimeter erreichen kann, ist eine unserer grössten Kleinzikaden. Auch bei ihr dienen die Hinterbeine als kräftige Sprungbeine. Wie andere Zikaden legt sie in der Ruhestellung ihre Flügel dachförmig zusammen und auch sie saugt wie alle Zikaden Pflanzensäfte. Die ausgewachsenen Erlenschaumzikaden sind nicht nur an Erlen, sondern auch an anderen Gehölzen zu finden. Die Larven, die bei Zikaden den voll entwickelten Tieren ähneln, leben oft an Kräutern, gelegentlich auch an Sträuchern. Mit den unterschiedlichen Vorlieben der Jungen und der Alten passt die Erlenschaumzikade also gut an einen Waldrand, wo wie am Burghölzli Bäume, Sträucher und Kräuter nahe beieinander vorhanden sind.

“Kuckucksspeichel”

© Nadja Baumgartner

Erlenschaumzikaden bilden jährlich eine Generation, ausgewachsene Tiere sind im Sommer und im Herbst zu beobachten. Aus den Eiern, die überwintern, schlüpfen im Frühjahr Larven, die sich in einem Schaumnest entwickeln, das sie vor Feinden, aber auch vor Austrocknung und Überhitzung schützt.
Gemeinen Blutzikade (Cercopis vulnerata)

© Nadja Baumgartner

Dazu scheiden die Larven eine eiweisshaltige Flüssigkeit aus, in welche sie Luftbläschen pumpen. Solche schaumigen, weissen, „Kuckucksspeichel“ genannte Strukturen fallen vom Frühjahr bis in den Sommer in Wiesen und an Wegrändern oft auf und werden auch von anderen Schaumzikaden gebildet – etwa von der auffällig rot-schwarz gefärbten Gemeinen Blutzikade (Cercopis vulnerata), die mit ihrer Färbung davor warnt, dass sie bei Bedrohung durch Fressfeinde eine unangenehm riechende, offenbar leicht giftige Flüssigkeit ausscheiden kann.
Text: Stefan Ineichen
Fotos: Nadja Baumgartner, Webseite
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