Vielfältige Nistweisen der Wildbienen

Die Nistweise der einheimischen Wildbienen ist vielfältiger als man im ersten Moment denkt. Die 745 in Mitteleuropa bekannten Wildbienenarten sind für den Bau ihrer Nester auf unterschiedliche Ressourcen angewiesen.

Obwohl von den meisten Wildbienen unterdessen die Nistweise bekannt ist, gibt es nach wie vor Arten, von denen man nicht genau weiss, wie sie nisten. Dies erklärt wieso die hier angegebenen Werte nicht auf 100% summieren.

 

Kuckucksbienen

25% bauen selbst keine Nester. Bei diesen Bienenarten handelt es sich um Parasiten, die ihre Eier in artfremde Bienennester legen (Kuckucksbienen) oder die Kolonien sozialer Arten übernehmen (Schmarotzerhummeln). Die meisten Kuckucksbienen parasitieren bodennistende Wildbienenarten. Werden die Bodennister und ihre Kuckucksbienen zusammengerechnet, sind gesamthaft fast 70% aller Bienenarten auf Bodennistplätze angewiesen.

 

 

Morschholz und Markstängelnister

3% nisten in selbstgenagten Gängen in markhaltigen Pflanzenstängeln oder morschem Holz.

 

Bodennister

50% nisten in selbstgegrabenen Gängen im Erdboden. Dafür benötigen sie offene Bodenstellen an besonnter Lage. Hinsichtlich Bodenneigung, Bodenbewuchs und Bodensubstrat sind sie unterschiedlich stark spezialisiert.

 

Hohlraumnister

19% nisten in vorhandenen Hohlräumen. Die meisten dieser Hohlraumnister  nisten natürlicherweise in Käferfrassgängen im Totholz oder in hohlen Pflanzenstängeln, andere in Erd-, Fels- und Mauerspalten oder sogar in leeren Schneckengehäusen. Auch die Hummeln, welche grössere Hohlräume wie leere Mäusenester oder Baumhöhlen besiedeln, werden zu den hohlraumnistenden Wildbienen gezählt.

 

 

Freinister

1% bauen freistehende Nester aus Pflanzenharz oder mineralischem Mörtel.

 

 

Weiterführende Links

Ausführliche Informationen zu Nisthilfen findet man auf der Seite von Paul Westrich.

Literatur

Westrich, P. (2011). Wildbienen-Die anderen Bienen. Verlag Dr. Friedrich Pfeil.

Westrich, P. (2018). Die Wildbienen Deutschlands. Verlag Eugen Ulmer.

Zurbuchen, A., & Müller, A. (2012). Wildbienenschutz-von der Wissenschaft zur Praxis (Vol. 33). Haupt Verlag AG.

Impressum

Texte: Philipp Heller
Mitarbeit: Kiki Velychko, Jonas Landolt, Christine Dobler Gross
Fotos: Christine Dobler Gross

 

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