Burghölzli-Projekt
Vor fast 20 Jahren…
Herbst 2007: Ein Natur-Pflegeeinsatz im Wehrenbachtobel führt zur Begegnung von Christine mit der WWF-Zürich Regionalgruppe unter der Leitung von Dani Hepenstrick – wir beschliessen, ein Projekt zur konkreten Wildbienenförderung auszuarbeiten. Im März 2008 findet ein erster Anlass zur Herstellung von Wildbienen-Nisthilfen statt.
Natürlich interessiert es uns von Anfang an: Was fliegt und was wächst an unserem Waldrand?
Wildbienenexperte Paul Westrich hilft uns, die Wildbienen zu bestimmen, und der Botaniker Daniel Hepenstrick erkundet die Pflanzenwelt. Christine fotografiert alles, was dort lebt: Rehe, Dachse, Füchse, Falter, Spinnen, Schnecken, Wanzen…
Links von unserem Wiesenbord lockt eine natürliche Sandsteinwand zum Freilegen, sodass sie gut besonnt zu einem wertvollen Lebensraum werden kann. Der Zeitaufwand ist enorm, und sie wächst schnell wieder zu. Zudem fehlen uns die Kapazitäten dafür. 2014 stecken Kinder das Gehölz unabsichtlich in Brand, die Feuerwehr muss geholt werden.
Wir wünschen uns mehr Wissen um Vorkommen und Fördermöglichkeiten, nicht nur am Waldrand, sondern in einem grösseren Umfeld. 2011 wird das Burghölzli-Projekt vorbereitet. 2012 finden die Erhebungen durch 9 Fachleute statt – mit Jonas Landolt für die Vögel – und im Mai 2013 feiern wir die Vernissage. Das Produkt: eine reich bebilderte Broschüre mit Erhebungen und Umsetzungsvorschlägen; Stefan Ineichen führt durch die Veranstaltung.
Das Mandat von Jonas vom WWF ZH läuft im Frühling 2018 aus. Unser Plan ist, bis Frühling 2018 das Burghölzli-Projekt abzuschliessen.
Im Dezember 2017 haben wir die Gelegenheit, unser Projekt einer Stiftung vorzustellen. Ihr Unterstützungsangebot ist gebunden an die Bedingung, vom WWF losgelöst einen eigenen Verein zu gründen. Das ist die Geburt von NimS!
Jonas kann ab sofort als Geschäftsführer von NimS gewonnen werden.
Im Januar 2018 unterschreiben NimS und GSZ einen Pachtvertrag für den Burghölzliwaldrand.
Mit frischem Elan wird das Gebiet weiterentwickelt. Araldo und Jonas bauen in der «Bucht» dieses Mäuerchen. Und schon erscheint die erste Eidechse!
Doch woher kommen diese Sandsteine?
Die Sandsteine kommen aus dem Garten der ehemaligen Direktorenvilla der PUK, welche abgerissen wird, da sie auf dem Land des zukünftigen Kinderspitals liegt.
Die bis anhin zu wenig erfolgreiche Grasbekämpfung wird nun mit Bändlimontagen angegangen. Siehe dazu den Artikel im Ornis 1/2016 von Jonas Landolt.
Jetzt kann die unerwünschte Trespe noch selektiv zwischen den Blütenstauden von Hand gezupft werden.
Aufräumarbeiten in der Bucht führen zu einer Überraschung: wer hätte gedacht, dass in diesem vergrabenen Schlauchstück noch Wasser fliesst??
Es braucht mehr stehendes Totholz am Waldrand für die Wildbienen! Stammstücke der vom Förster gefällten Bäume werden angeschleppt.
Samenstände (Wilde Möhren) zieren den Hang, die gepflanzte Salweide und eine Zaunrübe gedeihen, das Mäuerchen schmiegt sich in die geschützte Bucht.
2021 zwingt uns die durch Corona entstandene Besucherflut, wegen unerwünschtem Verhalten auf unsern Wildbienenförderflächen Infotafeln, Verbotstafeln und einen Zaun zu installieren.
Es blüht immer mehr.. Mehr Kreuzblütler, z.B. ein Blühstreifen von Gelbem Senf entlang des Zugangs zum Pachtland, ermöglichen uns die Erstbeobachtung der bedrohten Senf-Blauschillersandbiene Andrena agilissima. Seither fördern wir sie im ganzen Perimeter.
Wer uns die Sonneblumen bescherte, blieb bis anhin ein Geheimnis.
Weitere Grasreduktion ist möglich durch erfolgreiches Einsäen von Klappertopf, einem Halbschmarotzer auf Gräsern. Eingepflanzte Wiesensalbei und Esparsetten blühen und breiten sich aus.
Platz für mehr Blumen schaffen wir auch durch regelmässige Bekämpfung der Verbuschung mit dem «Rupfi», mit welchem sich Jungbäumchen elegant herausziehen lassen.
Gezielt belassen oder pflanzen wir auch für die Vögel: Samen und Beeren im Herbst und Winter bieten Nahrung.
13 freiwillige Helfer:innen helfen mit beim ersten Pflegeeinsatz 2025.
17 freiwillige Helfer:innen helfen mit beim letzten Pflegeeinsatz 2025.
Ohne sie könnten wir, NimS, diese Flächen nicht in diesem Ausmass und in dieser Qualität pflegen und weiterentwickeln.
Text: Christine Dobler Gross
Fotos: Arno Gross, Christine Dobler Gross und Jonas Landolt
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