Wegräumen nach dem Sturm – aber nicht alles!

Burghölzli

Die schweren Schneemassen Mitte Januar haben an vielen Bäumen in Zürich zu grossen Schäden geführt. Überall lagen Äste herum, zum Teil halbe Bäume.

Die Gärtner*innen von Grün Stadt Zürich (GSZ) hatten alle Hände voll zu tun, um das Bruchholz von den Verkehrswegen zu entfernen. GSZ schichtete die abgebrochenen Äste zu grossen Haufen, um sie später abzutransportieren und zu Häcksel zu verarbeiten.

Das rief Doris Allrich auf den Plan. Mit einem Aufruf wandte sie sich an ihre Bekannten und Freund*innen, die Gelegenheit zu nutzen und aus dem vielen Holz Asthaufen für Igel und andere Kleintiere zu bauen. Der Tagi berichtete darüber (mehr dazu hier).

Wir folgten ihrem Aufruf und kontaktierten sogleich GSZ. Der zuständige Grünflächenverwalter Herr Bräker gab uns die Erlaubnis, entlang dem Nebelbach an der Enzenbühlstrasse das viele Bruchholz zu verbauen. Entlang dieser Strasse sind demnächst wieder Kröten, Frösche, Molche, Blindschleichen und Igel unterwegs, welche zwischen den Gärten, öffentlichen Grünflächen, dem Bach und den Teichen zirkulieren werden. Sie alle sind froh, wenn sie sich zwischendurch in einem Asthaufen verstecken können. Sowohl im öffentlichen wie auch im privaten Raum fehlt es häufig an Kleinstrukturen wie Asthaufen. Diese dienen verschiedenen Tierarten als Versteck auf ihren Wanderungen zur Futter- oder Partnersuche. Sie werden aber auch als Nist- oder Schlafplatz genutzt. Etliche Insekten finden darin ebenfalls einen Unterschlupf, wodurch Asthaufen auch von Vögeln auf der Futtersuche besucht werden. Das viele Bruchholz bot also tolle Möglichkeiten zur Biodiversitätsförderung.

So machten wir uns anfangs Februar mit einer Handvoll Freiwilligen über den riesigen Asthaufen her und bauten individuelle, kreative Haufen, angelehnt an bereits bestehende Strukturen. Auch auf dem gleich angrenzenden Gelände des Wasserwerks durften wir ein paar Holzstrukturen bauen. Grundsätzlich sind wir der Meinung, dass es zu den Aufgaben der städtischen Betriebe wie Grün Stadt Zürich oder dem Wasserwerk gehören würde, die Biodiversität auf ihren Flächen noch stärker zu fördern und solche Möglichkeiten gleich selbst zu nutzen. Noch sind wir leider nicht so weit. Aber wir sehen vielerorts, dass ein Umdenken stattfindet.

 

Hier findest du einen Erfahrungsbericht rund um das Thema „Ast-baden“ und das sinnvolle Verwerten von Bruchholz.

Und hier gibt es eine Anleitung zum Asthaufenbauen mit Unterschlupfmöglichkeit für Igel. Sicher entdeckst du auch in deinem Garten noch ein Plätzchen für einen Asthaufen!

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