Jasmins Trittsteingarten von Januar – April 2021

Trittsteingarten

Schnee in rauen Mengen und Temperaturen auf Frühsommer-Niveau – das erste Quartal des Jahres liess es an Abwechslung nicht mangeln.

Im Januar bog sich der Garten unter der Schneelast und lieferte viel Holzbruch.

Ob man Vögel zufüttern muss oder nicht, darüber scheiden sich ja die Geister. In meinem Trittsteingarten in Zürich finden die gefiederten Gäste normalerweise auch im Winter ein ausreichendes Nahrungsangebot und kommen gut allein durch die kalte Jahreszeit. In diesem Jahr jedoch habe auch ich zwei Futtersilos in die Äste gehängt – und kurz darauf glatt wieder aus den Augen verloren. Unter den Schneemassen verwandelte sich alles in eine unwirkliche Kulisse, und das Gewicht drückte nicht nur spontan die Futterstationen ins kniehohe Weiss, sondern brachte auch ordentlich Holzbruch in den baumreichen Garten. Eine alte Zwetschge brach nahezu entzwei.

Kaum war der Schnee geschmolzen, musste im Februar die grosse Trauerweide einiges an Holz lassen. Nicht etwa wegen Schneelast-Schäden, sondern weil sie schon seit längerem ihren Ausbreitungsdrang über den Zaun hinweg auslebte und die nachbarlichen Beete beschattete. Selbst für einen Naturgarten kam also ordentlich Material zusammen. Wohin damit?

Beim Weidenschnitt im Februar fiel noch einiges an Schnittgut an

Es war der perfekte Anstoss, um endlich das Projekt Benjeshecke zu starten, das ich schon seit längerem geplant, aber immer vor mir hergeschoben hatte: «Soviel Material habe ich ja gar nicht…», war eine der beliebtesten Ausreden. «Denkste!», sprach nun der Januar, und mit ein paar fleissigen helfenden Händen ging es im März schliesslich daran, die erste von zwei kleinen Benjeshecken anzulegen. (Mehr davon in einem späteren Blog.)

Im März begannen wir dann mit dem Bau einer kleinen Benjeshecke

Dafür musste allerdings erst einmal das Wetter mitspielen, und das war in den ersten Monaten des Jahres ja durchaus wechselhaft. Vorsommerlich warme Tage und winterlich eiskalte Nächste verwirrten so manchen Bewohner. Wie etwa ein anhängliches Mauerbienen-Männchen, dass von der Kälte beim ersten März-Flugversuch so überrumpelt war, dass es meinen Finger als Wärmequelle annektierte. Vorsichtig in die hohle Hand genommen war der pelzige Summer bald aufgewärmt genug, um zu seinem Versteck zurück zu sausen und dort auf mehr Sonne zu warten.

Brrrr…kalt! Dieses Männchen der Rostroten Mauerbiene hat eine Wärmequelle entdeckt.

Beim Jäten des omnipräsenten Bärlauchs hatte ich bereits einige Tage zuvor eine Blindschleiche gefunden. Sie war aufgrund der frühen Morgenstunden auch im April noch kältesteif und wähnte wohl unter dem Zaun ein sicheres Versteck. Da sie sich damit im Revier des Fadenmäher-bewaffneten Grünpflege-Teams auf dem Nachbargrundstück befand und alles andere als sicher war, habe ich sie kurzerhand ein paar Meter weiter in ein neues Versteck umgesiedelt. Einen gemütlichen kleinen Haufen aus Zweigen, Laub und frischem Schnittgut vom Jäten. Hoffentlich roch es ihr nicht zu sehr nach Bärlauch.

Auf dem Weg in einen neuen Unterschlupf: Unter dem Zaun war es zu gefährlich für diese kältesteife Blindschleiche.

Text und Bilder: Jasmin Jansen

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