Der Nebelbach, unser Quartierbach

Projekt
Burghölzli

In diesem heissen und trockenen Sommer sind etliche kleinere Bäche in der Schweiz vollständig ausgetrocknet. Was für ein Privileg, wenn ein Bächlein durch das Quartier fliesst. Insbesondere, wenn es wie der Nebelbach auch in diesem äusserst trockenen Sommer Wasser führte und auf weiten Strecken nicht in Röhren verlegt ist.

Das Bächlein beschert uns neben kühlender Frische und launigem Plätschern allerlei Begegnungen mit Tieren, welche direkt oder indirekt vom Bach abhängig sind. So ist zum Beispiel immer mal wieder die Zweigestreifte Quelljungfer im Quartier anzutreffen. Das ist eine Libellenart, die auf kleine, saubere Bächlein angewiesen ist. Kröten, Frösche, Feuersalamander, Ringelnattern, die Blauflügel-Prachtlibelle, der Graureiher und etliche mehr profitieren vom Bach oder sind gar auf ihn als Laichgewässer angewiesen. Tieren wie Igeln, Mäuschen, Füchsen, Mardern, Rehen, Eichhörnchen etc. löscht er den Durst. Vögeln dient er als Bademöglichkeit.

 

Stellenweise ist das Ufer des Nebelbachs noch ziemlich naturnah gestaltet und wird entsprechend von GSZ und seit 2016 abschnittweise von der Sensengruppe Zürich gepflegt. Sowohl GSZ als auch NimS streben an, weitere Bereiche des Ufers durch sorgfältige Pflege und Pflanzungen aufzuwerten.

Um der Quartierbevölkerung zu zeigen, was alles im Bach lebt, bot NimS diesen Sommer 2022 eine Exkursion mit Verena Lubini an. Die Gewässerbiologin  sorgte bei einem Dutzend Interessierten beim Nebelbachabschnitt Höhe Lenggstrasse für Anschauungsunterricht. Sie fischte allerlei Insekten aus dem Wasser, welche wir mit Lupen in kleinen Beobachtungsgläsern bestaunen und kennenlernen konnten.  Natürlich wurden diese anschliessend von zwei naturbegeisterten Jungen aus dem Quartier sorgfältig wieder in den Bach zurückgetragen.

 

 

NimS hat diesen Frühling in Zusammenarbeit mit dem WWF Zürich ein Faltblatt erstellt und dieses den Nebelbach-Anwohner:innen in den Briefkasten gelegt. Darin erwähnt ist auch die Studie, welche während 4 Jahren in Zusammenarbeit von WWF Zürich und NimS durchgeführt wurde. Man wollte herausfinden, welchen Einfluss ausgesetzte Fische im Nebelbach auf das Vorkommen der Bachlebewesen hat. Die Studie und deren Ergebnisse kann hier gelesen werden. Leider gelangte während der Zeit der Studie verschmutztes Wasser von der Kinderspitalbaustelle in den Nebelbach und hat die Ergebnisse beeinflusst.

Im Jahr 2020 wurde von der Fachstelle Naturschutz von Grün Stadt Zürich eine Schutzverordnung für Abschnitte des Nebelbaches erstellt, was den Wert des Baches zusätzlich betont. Im Faltblatt können wir lesen, was wir alle direkt und indirekt tun können, damit das Bächlein weiterhin begehrter Lebensraum für Pflanzen und Tiere bleiben kann und wie wir mit unsern Gärten zu einem Netzwerk von Lebensräumen beitragen können…

Allerlei wissenswertes über den Nebelbach:

Fotos: Christine Dobler Gross/Jonas Landolt

 

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